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Möglichkeiten zur Stromversorgung von Zusatzscheinwerfer im Überblick

Die Zusatzscheinwerfer eines Fahrzeugs werden in der Regel über eine sogenannte Relaissteuerung geregelt, wodurch die Zusatzscheinwerfer gleichzeitig mit den Hauptscheinwerfern des Fahrzeugs eingeschaltet werden. Am einfachsten lassen sich Zusatzscheinwerfer mit Relaissteuerung über vorgefertigte Relais-Kabelsätze anschließen, bei denen in der Praxis drei Leitungen verbunden werden: Stromversorgung, Masse und Schaltstrom (der dem Relais mitteilt, wann die Hauptscheinwerfer eingeschaltet sind, und das Relais anweist, die Zusatzscheinwerfer einzuschalten). Von diesen sind Stromversorgung (+) und Masse (-) in der Regel eindeutig zu erkennen, doch woher der Ansteuerstrom bezogen wird, hängt stark vom jeweiligen Fahrzeug ab.

Da die serienmäßigen Scheinwerfer eines Autos heutzutage immer komplexer werden, muss auch der Ansteuerstrom für die Zusatzscheinwerfer auf andere Weise gewonnen werden als noch vor 10 oder 20 Jahren. In diesem Artikel haben wir die gängigsten Methoden zur Gewinnung des Schaltstrom und zur Steuerung der Zusatzscheinwerfer zusammengestellt. Außerdem haben wir die Vor- und Nachteile der verschiedenen Methoden aufgelistet und aufgezeigt, in welchen Fällen sich der Einsatz der jeweiligen Methode lohnt.


Den Ansteuerstrom „abzweigen“

Geeignet für: Fahrzeuge mit Halogen- und Xenon-Leuchtmitteln

Die traditionelle, einfachste und am häufigsten verwendete Methode besteht darin, den Ansteuerstrom vom Pluskabel des Fernlichts des Fahrzeugs abzuzweigen, d. h. von dem Kabel, das das fahrzeugeigene Fernlicht-Leuchtmittel mit Strom versorgt. Ein „Abzweiganschluss“ funktioniert, wenn ein freiliegendes Kabel zum Leuchtmittel führt, das bei eingeschaltetem Fernlicht unter Spannung steht und bei ausgeschaltetem Fernlicht stromlos ist. Der Anschluss funktioniert bei praktisch allen Fahrzeugen mit Halogenleuchten und den meisten Fahrzeugen mit Xenon-Leuchtmitteln. Die Eignung lässt sich leicht überprüfen, indem man beispielsweise mit einem Multimeter misst, ob sich unter den zur Lampe führenden Kabeln ein geeignetes Kabel befindet (Stromzufuhr bei eingeschaltetem Fernlicht und Unterbrechung bei ausgeschaltetem Fernlicht).

Bei dieser Methode wird das Ansteuerungskabel des Kabelsatzes direkt an das Fernlicht-Stromkabel angeschlossen, entweder durch Abisolieren eines kleinen Abschnitts des Kabels selbst und Anlöten des Ansteuerungskabels daran oder, im einfachsten Fall, mit einem sogenannten Abzweigstecker, bei dem ein kleiner Einschnitt in die Ummantelung des Kabels vorgenommen wird, um das Signal darüber abzuzweigen.

Wenn Sie die Zusatzscheinwerfer ausschalten möchten, obwohl das fahrzeugeigene Fernlicht eingeschaltet ist, können Sie einen Schalter in die Steuerleitung einbauen, um den Schaltstrom zu unterbrechen. Auf diese Weise gehen die Zusatzscheinwerfer nicht an, auch wenn das fahrzeugeigene Fernlicht eingeschaltet ist. In diesem Fall kann der Zusatzscheinwerfer beispielsweise bei starker Schneefälle oder Nebel sowie in anderen ähnlichen Situationen ausgeschaltet werden, in denen das fahrzeugeigene Fernlicht verwendet werden kann, die Zusatzscheinwerfer jedoch nicht eingeschaltet werden können oder sollen.

In manchen Fällen verfügt das Fahrzeug auch über eine eigene Sicherung für das Fernlicht, von der aus der Schaltstrom mithilfe eines Sicherungsadapters direkt auf die Steuerleitung des Kabelsatzes abgezweigt werden kann. Es lohnt sich, dies im Handbuch des Fahrzeugs zu überprüfen.


Ansteuerstrom vom CAN-Bus

CAN-Modul und Smart-Relais am OBD-Anschluss angeschlossen: XBB-Dongle + Powerunit

Für: Neuwagen und Fahrzeuge mit LED-Beleuchtung

In vielen neueren Fahrzeugen und beispielsweise praktisch allen Fahrzeugen mit LED-Scheinwerfern werden Abblend- und Fernlicht nicht mehr auf herkömmliche Weise durch Betätigen des Schalters für die Stromversorgung des Leuchtmittels gesteuert, sondern die Leuchtmittel werden kontinuierlich mit Strom versorgt und das Fernlicht über den sogenannten CAN-Bus gesteuert, d. h. in der Praxis erhält das Leuchtmittel lediglich ein Datensignal, das ihm „befehlt“, das Fernlicht einzuschalten. In diesem Fall funktioniert der herkömmliche „Abzweig“-Anschluss nicht, und die Ansteuerung muss an anderer Stelle gefunden werden.

Die einfachste Möglichkeit, die Ansteuerung in CAN-Bus-gesteuerten Fahrzeugen herzustellen, ist das XBB-Smart-Relais. Bei dieser Methode wird ein CAN-Modul an den OBD-Anschluss des Fahrzeugs angeschlossen, das die Informationen aus dem CAN-Bus des Fahrzeugs ausliest, wenn das Fernlicht eingeschaltet wird, und die Informationen an das im Kabelsatz installierte Smart-Relais zurücksendet, das wiederum auf Grundlage dieser Informationen den Zusatzscheinwerfer einschaltet. Der Vorteil dieser Verbindung besteht darin, dass keine Änderungen an der fahrzeugeigenen Verkabelung vorgenommen werden müssen. Zudem lässt sich damit beispielsweise das Standlicht der Zusatzscheinwerfer oder alternativ auch die Rückfahrleuchten steuern, und das Relais kann so eingestellt werden, dass es bestimmt, wann die Zusatzscheinwerfer eingeschaltet sind oder ob sie überhaupt eingeschaltet werden.

Die gleiche Methode kann verwendet werden, wenn es keinen geeigneten Ort für die Ansteuerung zu geben scheint oder wenn Sie beispielsweise keine Änderungen oder Anschlüsse an der fahrzeuginternen Verkabelung vornehmen möchten. Die Eignung des XBB für Ihr Fahrzeug können Sie auf der Produktseite überprüfen: XBB Dongle + Powerunit.


Ansteuerstrom vom CAN-Bus: CanM8 Highbeam

Genau wie beim zuvor vorgestellten XBB-Smart-Relais lässt sich die Steuerung der Zusatzscheinwerfer mit dem CanM8 Highbeam-Modul aus den CAN-Bus-Leitungen abgreifen. Das Modul wird anstelle des OBD-Anschlusses an die Can-HI- und Can-LO-Leitungen des Fahrzeugs angeschlossen, sodass er erkennen kann, wann die Zusatzscheinwerfer ein- und ausgeschaltet werden. Der Modul fungiert als Kabel, das an die Ansteuerleitung eines herkömmlichen Relais-Kabelsatzes angeschlossen wird. Auf diese Weise erkennt das Lesegerät, wenn das fahrzeugeigene Fernlicht eingeschaltet wird, und gibt dem Relais den Befehl, die Zusatzscheinwerfer einzuschalten.

Der Vorteil des CanM8 besteht darin, dass der OBD-Anschluss des Fahrzeugs frei bleibt, falls er für andere Zwecke benötigt wird. Natürlich ist die Installation etwas aufwendiger als beim zuvor vorgestellten XBB. Modellspezifische Anschlussanleitungen und Informationen zur Kompatibilität finden Sie auf der Produktseite unter dem Link.


Erfassung des Ansteuerstroms aus dem Karosseriesteuergerät (BCM)

Für: Zumindest für Fahrzeuge der VW-Gruppe auf MQB-Basis

Eine Alternative zum XBB-Smart-Relais (oben vorgestellt, erfasst das Signal vom CAN-Bus des Fahrzeugs über den OBD-Anschluss), zumindest für Fahrzeuge der VW-Gruppe auf MQB-Basis, ist die Erfassung des Schaltstroms aus dem BCM (Body Control Module). Bei dieser Methode wird ein Reparaturkabel an einen freien Pin am BCM-Stecker des Fahrzeugs angeschlossen, der beispielsweise mit VCDS- oder OBD11-Software so codiert wird, dass das Kabel bei eingeschaltetem Fernlicht mit Strom versorgt wird und bei ausgeschaltetem Fernlicht die Verbindung unterbrochen wird. Welcher Pin frei ist, lässt sich nicht pauschal angeben, da dies vom Fahrzeugmodell und der Ausstattungsvariante abhängt und daher bei jedem Fahrzeug individuell überprüft werden muss. Die BCM-Stecker befinden sich im Fußraum des Fahrers, oberhalb des Motorhaubenentriegelungshebels.

Anschließend wird ein herkömmlicher Relais-Kabelsatz im Fahrzeug verlegt, wobei der Stromkabel an das vom BCM kommende Kabel angeschlossen wird. Auf diese Weise gibt das BCM ein Steuersignall an das Relais, sobald das Fernlicht eingeschaltet wird, wodurch wiederum der Zusatzscheinwerfer eingeschaltet wird. Der Vorteil des BCM-Anschlusses besteht darin, dass die Leuchte in diesem Fall so programmiert werden kann, dass sie auch bei automatischem Fernlicht funktioniert (oder dass der Zusatzscheinwerfer bei automatischem Fernlicht nicht aufleuchtet, aber wenn das Fernlicht „manuell“ eingeschaltet wird, auch der Zusatzscheinwerfer aufleuchtet).

Funktioniert z. B. in folgenden Fahrzeugen:

  • Audi A3 Mk3 (2013–2020)
  • Audi Q2 (2016–heute)
  • Audi TT Mk3 (2014–heute)
  • SEAT León Mk3 (2012–2020)
  • Škoda Octavia Mk3 (2012–2020)
  • Škoda Superb Mk3 (B8) (2015–heute)
  • Volkswagen Arteon/CC (seit 2017)
    Volkswagen Golf Mk7 (2012–2020)
  • Volkswagen Golf Sportsvan (2014–2020)
  • Volkswagen Passat (B8) (2014–heute)
  • Volkswagen Touran Mk2 (2015–heute)

Steuerung zusätzlicher Leuchten über einen separaten Schalter

Geeignet für: Alle Fahrzeuge und Leuchten (einschließlich Arbeitsscheinwerfer usw.)

Obwohl das Schaltrelais aufgrund seiner Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit die gängigste Anschlussmethode für Zusatzleuchten ist (die Zusatzleuchte schaltet sich gleichzeitig mit den serienmäßigen Scheinwerfern ein), gibt es auch Situationen, in denen man die Leuchten ausschließlich über einen Schalter im Fahrerhaus steuern möchte. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn verschiedene Arbeitsscheinwerfer oder Warnleuchten im Fahrzeug installiert sind. Es kann auch sinnvoll sein, die Zusatzleuchte auf dem Dach an einen eigenen Schalter anzuschließen, damit sie beispielsweise bei starkem Schneefall vollständig ausgeschaltet werden kann.

Es gibt viele verschiedene Schaltertypen, und grundsätzlich eignet sich jeder Schalter auch zur Steuerung von Zusatzleuchten, solange der Schalter für die von den Leuchten benötigte Strommenge ausgelegt ist. Darüber hinaus sind verschiedene Schalterpanels erhältlich, mit denen sich mehrere Leuchten oder ganze Leuchtengruppen (z. B. Warnleuchten, Arbeitsscheinwerfer, Rückleuchten usw.) über ein einziges Schalterpanel steuern lassen. Unser Sortiment umfasst beispielsweise ein sehr umfangreiches und vielseitiges „Purelux Multi Schalterpanel“ mit 9 Schaltern, mit dem acht Geräte oder Gerätegruppen gleichzeitig gesteuert werden können. Es gibt auch ein „kleineres“ Modell, den „Purelux Mini Dashboard Controller“.

In der Praxis erfolgt der Anschluss auf einfachste Weise durch die Installation eines Schalters am Stromkabel (oder Massekabel) der Leuchten, das in den Fahrzeuginnenraum geführt und an der gewünschten Stelle befestigt wird. Wenn der Schalter eingeschaltet wird, geht die Leuchte an, und entsprechend kann die Leuchte auch über den Schalter wieder ausgeschaltet werden.

Darüber hinaus umfasst unser Sortiment einen ferngesteuerten Kabelsatz, der an die Stromversorgung des Fahrzeugs (z. B. an den Sicherungskasten) und an die Masse angeschlossen wird. Der Kabelsatz verfügt über zwei Ausgänge (d. h., er kann zur Steuerung von zwei Leuchten verwendet werden). Die Leuchten lassen sich über die Fernbedienung ein- und ausschalten und können auf Wunsch zum Blinken eingestellt werden (z. B. Warnleuchten).


Ansteuerung von LED-Bars mit hoher Leistungsaufnahme

Viele Steuerungsmethoden können Einschränkungen hinsichtlich der Leistung der Leuchte aufweisen. Wenn beispielsweise ein Smart-Relais nur eine 180-W-Leuchte verarbeiten kann, Sie es aber zur Steuerung eines zusätzlichen 300-W-Leuchtpaneels verwenden möchten, lässt sich die Leistungsbeschränkung durch eine geringfügige Änderung des Anschlusses „umgehen“.

Anstatt beispielsweise die Stromversorgung von einem Smart-Relais (oder einem ähnlichen Steuergerät) direkt an die Leuchte zu leiten (indem man das Stromkabel der Leuchte direkt an das Smart-Relais anschließt), kann der Strom des Smart-Relais auf das Ansteuerungskabel eines anderen Relais-Kabelsatzes umgeleitet werden. Auf diese Weise wird die hohe Stromaufnahme der leistungsstarken Zusatzleuchte über ein separates Relais geschaltet, und entsprechend steuert der geringere Strom, den das Smart-Relais liefert, nur dieses größere Relais (oder den größeren Relais-Kabelsatz). Ausführlichere Anleitungen zu diesem Thema finden Sie hier: Anschluss einer zusätzlichen Leuchte über 180 W mit einem XBB-Relais.

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